Es mangelt noch an allem
Equest Balkan Properties hat ferner für rund zehn Millionen Euro in der Innenstadt von Sofia das Serdika Hotel erworben, ein Drei-Sterne-Haus mit 131 Zimmern, das einer Modernisierung und Erneuerung unterzogen werden soll. Damit ist ein weiterer Bereich angesprochen, in dem – wie Petar Dikov, Chief Architekt von Sofia, auf der EXPO REAL bekannte – in der Hauptstadt Mangel herrscht. Überhaupt mangelt es nach seiner Aussage in Sofia noch an allem – an modernen Büroflächen internationalen Standards ebenso wie an Logistikflächen, an Parkplätzen im Stadtzentrum wie an Wohnungen. Der Büroflächenbestand in Sofia liegt nach Angaben von CB Richard Ellis (CBRE) bei rund 518.000 Quadratmeter, davon entsprechen rund 30 Prozent internationalen Standards. Zwar wurden 2004 und 2005 jährlich durchschnittlich 100.000 Quadratmeter Bürofläche fertig gestellt, doch hat sich das Entwicklungstempo inzwischen deutlich verlangsamt. Grund ist nicht etwa fehlende Nachfrage – im Gegenteil: Sofia entwickelt sich nach Einschätzung von CBRE zu einem Vermietermarkt, auf dem für moderne Büroflächen internationalen Standards und je nach Lage zwischen 15 und 21 Euro pro Quadratmeter und Monat verlangt und gezahlt werden. Vielmehr wirkt sich der Mangel an geeigneten Grundstücken bremsend aus. Das gilt insbesondere für den Central Business District. Als Alternative entstehen in Midtown Sofia und entlang der großen Einfallstraßen neue Bürostandorte.
Wachsende Nachfrage nach modernen Wohnungen
Ein solcher Cluster bildet sich beispielsweise im Umfeld des Flughafens. Hier hat die deutsche Lindner Holding in den vergangenen Jahren den Business Park Sofia entwickelt, der neben Büroflächen auch einen Kinokomplex, ein Holiday Inn Hotel sowie Einkaufsmöglichkeiten bietet. Jetzt plant die Lindner AG Bulgaria, die sich inzwischen zu einem der zehn größten Bauunternehmen im Land entwickelt hat, in unmittelbarer Nachbarschaft den Residential Park Sofia, einen Wohnpark auf rund 215.000 Quadratmeter Fläche mit 900 Wohnungen in Einfamilien-, Reihen- sowie Mehrfamilienhäusern. Der Entwurf für den Wohnpark stammt vom Münchener Architekturbüro Steidle + Partner und sieht unter anderem einen Grünflächenanteil von rund 60 Prozent vor.