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EXPO REAL 2008 | 11. Internationale Fachmesse für Gewerbeimmobilien | 6. - 8. Oktober 2008 | Neue Messe München
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Balkan
Der weisse Fleck auf der Europakarte

Die Europäische Union und jene Länder, die in absehbarer Zeit ebenfalls der EU beitreten, bilden eine kompakte Masse, in der ein weißer Fleck heraussticht: die Staaten auf dem westlichen Balkan.

Die Europäische Union reicht von Finnland bis Spanien und Griechenland, von Irland bis zu den Baltischen Staaten und bald auch schon bis an die Grenzen der Ukraine. Im Südosten allerdings weist die EU-Karte einen weißen Fleck auf: die Staaten, die aus dem Zerfall Jugoslawiens hervorgegangen sind – Serbien-Montenegro, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien – sowie Albanien.

Der Staatenbund Serbien-Montenegro ist mit 102.173 Quadratkilometern und gut zehn Millionen Menschen das größte der genannten Länder. Daran ändert sich auch nicht allzu viel, wenn sich Montenegro und Serbien trennen – Montenegro umfasst 13.812 Quadratkilometer, auf denen rund 600.000 Menschen leben. Das Wirtschaftswachstum lag 2005 zwischen vier und sechs Prozent und wird nach Einschätzung der Bank Austria Creditanstalt mittelfristig weiter in der Größenordnung um fünf Prozent wachsen.

   

Foto: Skopje, die Hauptstadt von Mazedonien: Der Status als EU-Beitrittskandidat wird – so hofft man – internationale Investitionen in Mazedonien fördern. Verstärkend kommt hinzu, dass sowohl Standard & Poor’s als auch Fitch das Land von BB auf BB+ heraufgestuft haben.

 

Im Oktober des vergangenen Jahres wurden mit der EU Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen aufgenommen, dessen Abschluss als die letzte große Hürde vor der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen gilt. Ob Weltbank oder Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) – beide würdigten die Erfolge von Serbien- Montenegro beim Reformprozess und bei der Förderung des Investitionsklimas. Das Land selbst hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2012 so weit zu sein, dass es der EU beitreten kann.

Anders als in Serbien-Montenegro ist die politische Situation in Bosnien-Herzegowina nach wie vor heikel. Die Wirtschaft wächst zwar, doch liegt das Bruttoinlandsprodukt immer noch deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Wachstumsimpulse gehen hauptsächlich vom Wiederaufbau von Wohnungen und Häusern, der Verkehrs- und Versorgungsinfrastruktur sowie vom Ausbau der Telekommunikationsinfrastruktur aus. Die Unternehmen haben ihre internationalen Verbindungen im Lauf des Krieges weitgehend verloren, der Markt selbst ist mit gut vier Millionen Menschen relativ klein. Zwar wurden bei der Gestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen für eine marktwirtschaftliche Entwicklung Fortschritte erzielt, doch eine ausufernde Bürokratie und Korruption sind Haupthindernisse für mehr – nicht nur – internationale Investitionen. Dennoch: Erste positive Erfolge kann auch Bosnien- Herzegowina verzeichnen: So hat sich Volkswagen in Sarajewo niedergelassen, in der Nahrungsmittel- und Getränke-Industrie engagieren sich internationale Unternehmen und auch das eine oder andere Produktionsunternehmen hat inzwischen festgestellt, dass man in Bosnien- Herzegowina günstiger produzieren kann als in Slowenien oder Kroatien.

Zwei kleine Länder werben um Aufmerksamkeit
Und noch zwei kleine Länder bemühen sich um internationale Aufmerksamkeit: Mazedonien mit rund zwei Millionen Einwohnern und Albanien mit gut drei Millionen Menschen. Mazedonien hat sich 1991 friedlich von Jugoslawien getrennt, lag dann allerdings lange Zeit im Konflikt mit Griechenland, das unter anderem bis heute Einspruch gegen die Landesbezeichnung Mazedonien erhebt. Abgesehen davon hat sich das Land fast unbeachtet politisch und wirtschaftlich bereits so weit reformiert, dass es seit Dezember vergangenen Jahres offiziell als Beitrittskandidat der EU gilt. Das kleine Land zwischen Serbien-Montenegro im Norden, Griechenland im Süden, Bulgarien im Osten und Albanien im Westen verfügt inzwischen über eine hochmoderne Telekommunikationsinfrastruktur und ist das erste Land, das flächendeckend einen drahtlosen Internetzugang gestattet. Und mit zwei weiteren Fakten kann Mazedonien punkten: mit einer jungen Bevölkerung – rund 45 Prozent sind unter 30 Jahre alt – und mit seiner geographischen Lage, denn hier kreuzen sich zwei pan-europäische Verkehrskorridore, der Ost-West- Korridor VIII und der Nord-Süd-Korridor X. Darüber hinaus verfügt Mazedonien über zwei internationale Airports, Skopje und Ohrid, wobei der Hauptstadtflughafen inzwischen von über zehn internationalen Gesellschaften angeflogen wird.

   

Foto: Den Norden Serbiens durchfließt die Donau und verbindet die Länder von Deutschland und Österreich über den Balkan bis nach Rumänien. Das Gebiet um die Donau ist auch in Serbien die wirtschaftlich stärkste Region des Landes.

 

Im Vergleich zu Mazedonien steht Albanien vor ungleich größeren Problemen, auch wenn im Juni nach mehr als dreijähriger Verhandlungsdauer ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen zwischen Albanien und der EU unterzeichnet wurde. Das Land hatte nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems Anfang der Neunzigerjahre erste vielversprechende Schritte in Richtung Marktwirtschaft und Demokratie getan, als die so genannte „Pyramidenkrise“ 1997 alles bisher Erreichte mehr oder weniger zunichte machte und Privatleute und Unternehmen in den Bankrott trieb. Zwar hat sich die Wirtschaft von diesem Rückschlag wieder weitgehend erholt und liegen die Wachstumsraten wieder zwischen sechs und acht Prozent, doch nach wie vor ist das Land bitterarm – mindestens 20 Prozent der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze. Dabei hat Albanien durchaus Entwicklungspotenziale: Das Land verfügt über Bodenschätze (Chrom, Kupfer, Nickel, Eisen, Kohle sowie Erdgas und Erdöl) und ein erhebliches Potenzial an Wasserkraft, von dem bislang nur ein Drittel genutzt wird. Weitere Potenziale liegen in der Ernährungswirtschaft und im Tourismus. Doch mangelnde Rechtssicherheit, intransparente Verwaltungsabläufe und Korruption lassen Investoren hier mehr als zögerlich sein. Das Interesse konzentriert sich hauptsächlich auf die Hauptstadt Tirana und die 40 Kilometer entfernte Hafenstadt Durres. So hat beispielsweise im vergangenen Jahr ein US-amerikanischdeutsches Konsortium Tirana Airport Partners (TAP) unter der Führung von Hochtief den Betrieb des Flughafens von Tirana für 20 Jahre übernommen und plant Investitionen von 80 Millionen Euro für den Bau eines neuen Terminals.

Das Thema auf der EXPO REAL 2006
Dienstag, 24. Oktober 2006
INVESTMENT LOCATIONS FORUM
Halle C3
16.00 bis 16.50 Uhr

Real Estate Investors Guide: Serbien

Für detaillierte Informationen klicken Sie hier.

Von Christiane Leuschner





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