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EXPO REAL 2009 | 12. Internationale Fachmesse für Gewerbeimmobilien | 5. - 7. Oktober 2009 | Neue Messe München
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St. Petersburg
Die russische Perle an der Ostsee

St. Petersburg ist eine der schönsten Städte, nicht nur in der Russischen Föderation, sondern weltweit. Doch unter immobilienwirtschaftlichen Gesichtspunkten ist das internationale Interesse an dem Standort noch gering.

Das Interesse internationaler Immobilieninvestoren in Russland konzentriert sich fast ausschließlich auf Moskau. St. Petersburg dagegen, immerhin die zweitgrößte Stadt der Russischen Föderation, taucht nur selten auf der Agenda internationaler Investoren auf. Dabei erlebt der Immobilienmarkt in St. Petersburg seit Längerem eine sehr dynamische Entwicklung und bietet durchaus Investitionsmöglichkeiten.

Mit 4,6 Millionen Einwohnern ist St. Petersburg die drittgrößte Stadt Europas und zugleich die weltweit am nördlichsten gelegene Millionenmetropole, deren „Weiße Nächte“ legendär sind. Doch nicht nur sie machen St. Petersburg zu einem begehrten Touristenziel, es sind auch seine historischen Bauten, die zum Weltkulturerbe zählen, seine Kunstschätze und der Reiz einer Stadt, die von einer Vielzahl von Wasserläufen durchzogen wird. Nicht umsonst bezeichnet man St. Petersburg auch als das Venedig des Nordens.

   

Foto: St. Petersburg ist nicht nur eine der schönsten Städte Europas, es ist auch das größte Wirtschaftszentrum im Westen der Russischen Föderation. Ein wirtschaftlicher Schwerpunkt ist der Fahrzeugbau. So hat sich bereits 2002 Ford hier angesiedelt, Toyota und DaimlerChrysler wollen im kommenden Jahr die Produktion aufnehmen.

 

St. Petersburg ist nicht nur das größte Kulturzentrum der Russischen Föderation, es ist auch ein prosperierender Wirtschaftsstandort. Im Gegensatz zu vielen anderen Standorten hat die forschungsintensive und hoch qualifizierte Produktion in der Stadt an der Newa die Krise um die Jahrtausendwende weitgehend unbeschadet überstanden. Dominierend sind der Maschinen- und Fahrzeugbau, die chemische Industrie und in wachsendem Maße auch die IT-Branche. Zur wirtschaftlichen Dynamik trägt nicht zuletzt auch die geographische Lage an der Mündung der Newa in die Ostsee und die zunehmende Einbindung der Stadt in den skandinavischen Wirtschaftsraum bei.

Keine ausgeprägten Lagen
Während Informationen über den Immobilienmarkt in der Hauptstadt der Russischen Föderation über internationale Beratungsunternehmen relativ einfach zu bekommen sind, ist das Informationsangebot für St. Petersburg deutlich geringer und oft auch weniger qualifiziert. Hinzu kommt, dass vor allem die Büromärkte stark segmentiert sind und sich in St. Petersburg bislang keine klassischen A-, B- und peripheren Lagen herausgebildet haben. Am ehesten sind nach einer Research-Studie der DEGI Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds der Newskij Prospekt und die beiden Uferseiten der Newa Bürolagen, die sich weiterentwickeln und etablieren werden. „Besonders auffällig ist die Konzentration am Newskij Prospekt zwischen Gostinyi Dvor und dem Admiraltejstwo. Hier werden die Kriterien eines Central Business District grundsätzlich erfüllt“, bestätigt Dr. Thomas Beyerle, Leiter des Bereichs Research & Strategie bei der DEGI. Bevorzugt werden auch die Ufer des Flusses Moika, der den Newskij Prospekt kreuzt. Dieser Innenstadtbereich hat zudem den Vorteil, mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar zu sein. Ein weiterer Schwerpunkt bildet sich um die Metrostationen „Petrogradskaya“ auf der Petrograder Seite und „Bolschaja Newka“ auf der Wassilij-Insel. Vor allem durch seine gute Verkehrsanbindung und geographische Lage – von hier aus ist der internationale Flughafen schnell zu erreichen – hat auch das Gebiet Moskovskij das Potenzial, sich zu einem gefragten Bürostandort zu entwickeln. Das Gros der modernen Büroflächen befindet sich in so genannten Business-Centern. Von den insgesamt rund drei Millionen Quadratmetern Büroflächen in der Stadt entsprechen lediglich 700.000 Quadratmeter westlichen Anforderungen. Das ist im Verhältnis zur Größe der Stadt ausgesprochen wenig. Entsprechend ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot, ein Zustand, an dem sich auch in absehbarer Zeit trotz reger Bautätigkeit wenig ändern wird, so dass die Mieten weiter steigen werden. Sie liegen in Class-A-Business Centern – je nach Objekt – zwischen 480 und 700 US-Dollar pro Quadratmeter und Jahr. Damit nimmt St. Petersburg nach London, Paris und Moskau den vierten Rang der teuersten europäischen Bürostandorte ein. Die Leerstände in den Business- Centern bewegen sich zwischen einem und sechs Prozent, wobei nicht die Lage, sondern die Qualität der Flächen über die Höhe des Leerstands entscheidet: Je höherwertig die Büroflächen, desto geringer der Leerstand. Generell ist der Investmentmarkt in St. Petersburg sehr stark durch russische Unternehmen geprägt. Über die Renditen sind kaum verlässliche Aussagen möglich. Je nach Beratungsunternehmen werden sie zwischen 15 und 18 Prozent beziffert, können aber durchaus auch die 30-Prozent-Marke überschreiten.

   

Foto: Um den Newskij Prospekt und am Ufer des Flusses Moika kristallisiert sich langsam ein Central Business District und damit eine der 1a-Lagen in St. Petersburg heraus.

 

Chinesen sind die Pioniere                          
Ein erstes Zeichen dafür, dass St. Petersburg allmählich doch in den Blick internationaler Investoren gerät, ist das Projekt „The Baltic Pearl“, das von Shanghai Overseas United Investment verwirklicht wird. Im Frühjahr dieses Jahres begannen die Bauarbeiten auf dem 180 Hektar umfassenden Gelände im Südwesten von St. Petersburg. Hier sollen entlang dem Matisov-Kanal insgesamt zwei Millionen Quadratmeter Fläche entstehen, vorwiegend Wohnungen, ergänzt durch soziale Infrastruktureinrichtungen sowie durch Büro- und Einzelhandelsflächen. Rund 35.000 Menschen sollen hier in den nächsten sechs bis acht Jahren leben und arbeiten. Das Investitionsvolumen wird auf rund 1,35 Milliarden USDollar beziffert – damit ist „The Baltic Pearl“ das größte chinesische Investitionsprojekt außerhalb des eigenen Landes. Ob dieses Beispiel Schule macht und in absehbarer Zeit andere internationale Investoren nach sich zieht, bleibt abzuwarten.

Das Thema auf der EXPO REAL 2006
Dienstag, 24. Oktober 2006
INVESTMENT LOCATIONS FORUM
Halle C3
17.00 bis 17.50 Uhr

Real Estate Investors Guide: Russische Föderation

Für detaillierte Informationen klicken Sie hier.

Von Marianne Schulze






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