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Foto: Die Nachfrage nach Büroflächen in Hongkong steigt, doch vor allem im Zentrum der Stadt sind freie Flächen rar. Immer häufiger müssen Mieter an die Ränder der Stadt ausweichen.
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Der China-Boom lässt in der ehemaligen britischen Kronkolonie die Nachfrage nach Büroflächen und Wohnimmobilien sprunghaft ansteigen. Gute Zeiten für Investoren und Developer, wenn da nicht das Problem der begrenzten Fläche wäre.
Geht es nach Andy Xie, Chief Economist von Morgan Stanley in Asien, dann gehört Hongkong zu den „lucky cities“ des Kontinents. Der China-Boom feuert die Wirtschaft der ehemaligen britischen Kolonie an. Im vergangenen Jahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt um 7,3 Prozent. Während Chinas Exportwaren in Rekordtonnagen durch den Hafen von Hongkong schippern, treiben Millionen chinesischer Touristen vom Festland den Einzelhandelsumsatz der Stadt unaufhörlich in die Höhe. Er stieg allein 2005 um 16 Prozent. Gleichzeitig stocken Finanzdienstleister, Handelshäuser und Einkaufsorganisationen in der Stadt ihre Mannschaften auf, um noch besser am China-Boom partizipieren zu können. Und die wachsende Zahl der Immigranten schürt die Nachfrage nach Büros und Apartments und gibt Hongkong Zuversicht und Selbstbewusstsein.
Dynamische Entwicklung auf allen Märkten
Die Löhne steigen, die Arbeitslosigkeit sinkt und trotz steigender Zinsen erlebt der Wohnungsmarkt nach einigen Monaten Verschnaufpause eine erneute Belebung. Zu dieser Erholung trugen auch politische Gründe bei: Die Stadtregierung hatte bei der Vorlage des Haushalts im Februar angekündigt, die steuerliche Abzugsfähigkeit für Hypotheken von sieben auf zehn Jahre zu verlängern. Daraufhin verschärfte sich unter den Banken der Wettlauf um Hypothekenkunden, die Zinskurve flachte ab und die Verkäufe neuer Wohnungen zogen massiv an – noch im Februar stiegen die Transaktionen um 50 Prozent.
Noch dynamischer entwickelt sich der Büromarkt. Vor allem Finanzdienstleister bauen ihr Geschäft so schnell aus, dass die vorhandene Bürofläche im Zentrum der Insel nicht mehr Noch dynamischer entwickelt sich der Büromarkt. Vor allem Finanzdienstleister bauen ihr Geschäft so schnell aus, dass die vorhandene Bürofläche im Zentrum der Insel nicht mehr reicht und die Mieten explodieren – sie stiegen im vergangenen Jahr um 55 Prozent. Das wiederum lockt immer mehr Immobilieninvestoren an. Die Preise für Gewerbeimmobilien stiegen 2005 um 11,7 Prozent und sollen sich in diesem Jahr nochmals um zehn Prozent erhöhen.
Die Leerstandsrate hat mit sechs Prozent den niedrigsten Wert in diesem Jahrzehnt erreicht. Dieser Wert ist um so erstaunlicher, wenn man die Vorgeschichte kennt: In der SARS-Krise und in den Monaten danach kam der Büromarkt in Hongkong nahezu zum Erliegen, gleichzeitig wurden in den Jahren 2003 und 2004 neue Bürotürme mit über 500.000 Quadratmeter Fläche auf den Markt gebracht. Die prominenteste Adresse war das „Two International Finance Centre“ mit 88 Stockwerken. „Wir haben zwar ein höheres Flächenangebot“, erläutert Buggle Lau, Chefanalyst bei Midland Realty in Hongkong, „doch hat die Wirtschaft völlig unerwartet rasant angezogen und die Nachfrage ist stark gestiegen.“
Während der wirtschaftliche Boom für eine verstärkte Nachfrage nach Büroflächen mit Topadressen sorgte, fiel das Fertigstellungvolumen auf 33.000 Quadratmeter. Das Ergebnis: Die knappen Grade A-Flächen gehen weg wie warme Semmeln. Neue Mieter werden jetzt immer häufiger an den Rand der Stadt komplimentiert, in die Quarry Bay, nach West Kowloon und Mong Kok. Colliers International berichtet, dass die Mieten in der Quarry Bay im zweiten Halbjahr 2005 um 47 Prozent stiegen, während sie im Finanzviertel im Zentrum um 23 Prozent zunahmen. Insider am Markt rechnen damit, dass 80 Prozent aller neuen Grade A-Gebäude in den nächsten fünf Jahren außerhalb des Stadtzentrums in den Randlagen entstehen werden. Der Developer Sun Hung Kai baut in West Kowloon einen 118 Stockwerke hohen Turm, der bei seiner Fertigstellung 2010 das höchste Gebäude der Stadt sein wird. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Nachfrage in den nächsten Jahren weiter ansteigt. „Wir haben mit vielen Leuten in der Finanzbranche gesprochen“, bestätigt Lo King-wai, der zweite Mann für das Bürovermietungsgeschäft bei Sun Hung Kai, „und alle sagen, dass sie nach mehr Fläche Ausschau halten.“