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Macau
Las Vegas in China

 

Foto: Schon heute gilt Macau als ein Spielerparadies in Fernost. Dieses Charakteristikum der ehemals portugiesischen Kolonie, die seit 1999 – wie Hongkong – als „Special Administration Region (SAR)“ zu China gehört, soll nun weiter gestärkt werden.

 

 
Mit Milliardeninvestitionen errichten drei Casino-Giganten auf der Halbinsel Macau und dem Cotai-Strip gigantische Hotel- und Casino-Resorts und Freizeitparks.

Schon heute sorgt die traditionsreiche Spiel- und Wettleidenschaft der Chinesen dafür, dass die rund 450.000 Einwohner von Macau eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Asien erzielen. Durch Investitionen in Milliardenhöhe in neue Hotel- und Casino-Resorts sowie in neue Freizeitparks soll der Wohlstand noch weiter steigen. Der einheimische Casino-König Stanley Ho und die beiden amerikanischen Unternehmen Galaxy Casinos und Wynn Resorts sind dabei, Asiens Spieler-Mekka in ein zweites Las Vegas zu verwandeln.

Seit die Regierung im Jahr 2002 das Monopol Stanley Ho’s, der 1970 mit dem „Hotel Lisboa“ das erste große Casino der Stadt eröffnete, aufgehoben hat, teilen sich Galaxy Casinos, Wynn Resorts und Stanley Ho mit ihren Partnern die Konzessionen für den Casinobetrieb. Seitdem schießen neue Hotelund Casino-Resorts sowie Freizeitparks wie Pilze aus dem Boden. Neben dem traditionellen Spielerzentrum auf der Halbinsel Macau soll nun auch der mehr als vier Quadratkilometer große Cotai-Strip, der zwischen den vorgelagerten Inseln Coloane und Taipa aufgeschüttet wurde, nach dem Vorbild des Las-Vegas-Strips den Tourismus ankurbeln.

Auf dem Cotai-Strip will die amerikanische Sands Corporation, Partner der Galaxy Group, bis 2007 ein gewaltiges Großprojekt verwirklichen: das fünf Milliarden US-Dollar teure Vergnügungsviertel „Venetian Macau Casino Resort“. 3.000 Suiten, ein Saal für 2.000 Personen, mehr als 20 exquisite Restaurants sowie ein Einkaufszentrum mit rund 100 Geschäften sollen der Unterhaltung der Gäste dienen. Im Zentrum des künftigen Las-Vegas-Strips Asiens sieht Sheldon G. Adelson, Eigentümer der Sands Corporation, das 1,8 Milliarden US-Dollar teure Luxusresort „Venetian.“ Wie beim amerikanischen Vorbild dürfen auch in Macau Markusplatz, Canale Grande und romantische Gondeln nicht fehlen. Rund um das „Venetian“ entstehen innerhalb des Resorts weitere Hotelkomplexe. Die Four Seasons Gruppe beteiligt sich an einem Hotel und Shangri-La hat bereits zwei Managementverträge unterschrieben. Hilton Hotels, Marriott International und Starwood Hotel & Resorts stehen in Verhandlungen mit der Sands Corporation.

Im August eröffnet Galaxy sein neues Renommierprojekt „StarWorld.“ Das 34 Stockwerke hohe Luxushotel soll in punkto Design und Ausstattung neue Maßstäbe setzen. Ein besonders nobles Quartier werden die „Sky Suites“, zwei riesige Penthouse-Suiten mit allem erdenklichen Komfort. In den kommenden fünf Jahren plant die Galaxy-Gruppe weitere Investitionen in Höhe von mehr als einer Milliarde US-Dollar für drei zusätzliche Hotel-Casinos sowohl auf der Halbinsel selbst als auch auf Cotai. Das erste davon, das „Rio Casinohotel“ mit 449 Zimmern, wurde gerade eröffnet.

Steve Wynn setzt mit dem „Wynn Macau“ zunächst auf die Halbinsel Macau selbst. Gegenüber dem „Hotel Lisboa“ lässt er gerade für 1,1 Milliarden US-Dollar eine etwas verkleinerte Kopie des „Wynn Las Vegas“ errichten. Bereits im Herbst dieses Jahres soll das Luxus-Hotelcasino „Wynn Macau“ öffnen. An 500 Spieltischen und 900 Glücksspielautomaten kann man sein Glück herausfordern. Gäste können sich in 600 Hotelzimmern und -suiten sowie sechs Gourmet-Restaurants und diversen Bars erholen. Auch auf Cotai will sich Steve Wynn engagieren. Seine Absicht, hier in vier Hotels und drei Casinos zu investieren, hat er bereits signalisiert.

Ebenso wartet der ehemalige Monopolist Stanley Ho mit neuen Projekten auf. Am inneren Hafen von Macau soll bis 2007 das Vergnügungsresort „Ponte 16“ entstehen. Mittelpunkt ist ein 17-stöckiges Luxushotel der Accor-Gruppe mit 420 Zimmern, Restaurants und Bars, diversen Pools, Spa und Wellnesscenter sowie einem Businesscenter mit Konferenzräumen. Darüber hinaus will er über eines seiner Unternehmen, der Shun Tak Holding, bis 2009 einen weiteren Immobilien- und Casinokomplex auf der Halbinsel errichten. In Kooperation mit Hongkong Land will die Shun Tak Holding hier weit über 515 Millionen US-Dollar anlegen. Mit im Boot ist auch die Fünf-Sterne-Hotelgruppe Mandarin Oriental.

Von Liane Mletzko





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