Von Christiane Leuschner
Februar 2007
Befragt zu ihrem Investmentverhalten, steht bei institutionellen Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien die Rendite an oberster Stelle der Entscheidungskriterien.
Bereits zum zweiten Mal legte die DIFA Deutsche Immobilien Fonds AG im Herbst 2006 die Studie „Immobilieninvestitionen in Europa“ vor – und im Vergleich zum Vorjahr lassen sich deutliche Veränderungen feststellen. Grundlage der Studie ist eine Befragung, die das Marktforschungsinstitut Synovate bei 200 institutionellen Immobilieninvestoren in Deutschland, Frankreich und Großbritannien durchgeführt hat. Initiatoren von offenen und geschlossenen Immobilienfonds, Immobilien-Aktiengesellschaften, Real Estate Investment Trusts (REITs), Projektentwickler, Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften äußerten sich zum Investitionsklima sowie zu ihren Zielen und Erwartungen.

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Ein Ergebnis der Befragung war, dass Immobilieninvestoren ihre Investitionsentscheidungen verstärkt unter Renditegesichtspunkten treffen. Für 59 Prozent der Befragten steht die Rendite an oberster Stelle – im vergangenen Jahr hatte sie bei nur 39 Prozent höchste Priorität. Dagegen hat der Faktor Sicherheit als Entscheidungsparameter gegenüber dem Vorjahr an Bedeutung verloren. Waren es damals rund 58 Prozent, die Risiken bei Immobilieninvestitionen als „selbstverständlich“ bezeichneten, hat sich dieser Wert auf 73 Prozent erhöht.
Damit Hand in Hand geht ein ebenfalls erhöhter Anteil derjenigen, die einem aktiven Risikomanagement bei Immobilieninvestitionen wachsende Bedeutung bescheinigen. 75 Prozent der deutschen, 64 Prozent der französischen und 59 Prozent der britischen Investoren schreiben dem Risikomanagement zunehmendes Gewicht zu. Zu den Risiken, mit denen 87 Prozent der Befragten nach eigener Einschätzung schon heute „sehr bewusst“ umgehen, zählen unter anderem auslaufende Mietverträge und die Vermietungsquote (jeweils 67 Prozent). Auch aus der Höhe der Fremdfinanzierung können sich nach Meinung von 54 Prozent der Befragten Risiken ergeben. Allerdings gibt es bei der Beurteilung der genannten Risiken durchaus länderspezifische Unterschiede: Bei britischen Investoren spielen sie eine deutlich geringere Rolle als bei Investoren aus Deutschland und Frankreich. Dagegensehen britische Investoren eher fehlende Standards und damit verbundene Transparenzdefizite als Risiko. Zwar hat sich aus Sicht der Teilnehmer die Transparenz auf allen drei Märkten verbessert, doch besteht in diesem Punkt vor allem in Deutschland noch Nachholbedarf. Während 59 Prozent befragten Investoren den britischen Markt als sehr transparent bewerteten, bescheinigten nur 26 Prozent dem deutschen Immobilienmarkt eine (ausreichend) hohe Transparenz. Bemängelt wird vor allem das Fehlen von Publizitätsstandards und einheitlichen Performance-Kennziffern.