exporeal.net
Language English | Italian | Spanish | French | Russian
EXPO REAL 2009 | 12. Internationale Fachmesse für Gewerbeimmobilien | 5. - 7. Oktober 2009 | Neue Messe München
exporeal.net IT´S REAL BUSINESS exporeal.net
 Startseite 
 Aussteller 
, ,
 Besucher 
, ,
 Teilnehmerdatenbank 
, ,
 Presse 
, ,
 Konferenzprogramm 
, ,
 
Ad
Aktuelle Meldung

Statements

EXPO REAL Photogalerie

EXPO REAL 2008 - WEB TV

Das EXPO REAL Video

EXPO REAL 2009
Save the date EXPO REAL 2009


ARTIKEL


Islamisches Kapital
Auf dem Weg nach Europa

Fondsmanager beobachten den Trend schon seit Jahren, doch schwarz auf weiß hat ihn erst die Londoner South Bank University im Auftrag der Immobilienberatung King Sturge und der Royal Institution of Chartered Surveyors RICS belegt: Islamische Fonds, die streng nach den Regeln der Shariah anlegen, sind mächtig auf dem Vormarsch. Bis zu 500 Milliarden US-Dollar haben Shariah-kompatible Fonds unter den strengen Augen islamischer Gelehrter schon in nordamerikanische, europäische und asiatische Immobilienprojekte investiert. Das ist deutlich mehr als jene 200 Milliarden US-Dollar, von dem bislang das Dubai International Financial Centre DIFC ausging, das dieser am schnellsten wachsenden Nische im internationalen Markt für Immobilienfinanzierungen ein jährliches Wachstum von zwölf bis 15 Prozent vorhersagt. Als die beliebtesten Segmente der islamischen Fonds gelten Bürogebäude, Einzelhandelsobjekte und Wohnimmobilien.

Europa – zunehmend attraktiv
Interessant aus deutscher Sicht: „Europa gilt derzeit unter den rasant wachsenden Fonds als ‚Flavour of the Month‘.“ Das sagte Paul Devonshire, Direktor der TMW Pramerica Immobilien GmbH in München, bei einer Diskussionsrunde im EXPO REAL FORUM zum Thema „Immobilienfinanzierung und -investment nach islamischem Recht”. Paul Devonshire muss es wissen. Er war in den 90er Jahren für ein US-amerikanisches Asset Management Beratungsunternehmen im Nahen Osten tätig und betreut jetzt die Aktivitäten von TMW Pramerica in dieser Region.

Die Rechtsanwältin Liane Muschter, Senior Associate bei Norton Rose in Frankfurt am Main und dort Mitglied der Islamic Finance Group, sieht Deutschland in dieser Nische rasant auf dem Vormarsch. „In Europa haben derzeit neben Großbritannien vor allem Frankreich und Deutschland Zulauf von diesen Fonds, und Deutschland hat mit seinen 3,5 Millionen Moslems großes Potenzial“ – so ihre Einschätzung.

Nach Großbritannien orientieren sich 80 bis 90 Prozent des islamischen Kapitals, das den Weg nach Europa findet, heißt es in der RICS-Studie. London gilt bei den Islamfonds- Managern als der Ort mit dem meisten Sachverstand, den besten rechtlichen Rahmenbedingungen und dem günstigsten politischen Klima für Investitionen nach islamischem Recht. Das bestätigten auch alle drei Teilnehmer der Podiumsdiskussion auf der EXPO REAL. Unter den international bevorzugten Destinationen erhielt Großbritannien mit einem Zuspruch von 94 Prozent der Befragten deutlich bessere Noten als die USA mit 47 Prozent und selbst Südostasien mit 38 Prozent.

Traditionell sind islamischem Kapital enge Grenzen für Märkte wie dem Immobiliensektor gesetzt. Denn die zweite Sure des Korans besagt ab Vers 276, dass Allah zwar das Verkaufen erlaubt, Zinsgeschäfte aber verbietet. Wer Zinsen nimmt, dem droht „Krieg von Allah und seinen Gesandten.“ „Ein geschlossenes Regelwerk für Finanzprodukte, die der islamischen Glaubenslehre angepasst sind, gibt es nicht, es existieren nur Prinzipien der Shariah, die aus fünf verschiedenen Quellen, darunter dem Koran, abgeleitet sind“, erläutert Jawad Ali. Er ist Finanzanwalt bei der internationalen Kanzlei King & Spalding in London und dort federführend tätig für Finanzierungsgeschäfte nach islamischem Recht in den USA. Jawad Ali wies auch auf die vielen Einschränkungen hin, die es bis heute gibt. So dürfen islamische Fonds beispielsweise nicht in Immobilienobjekte investieren, in denen Mieter Schweinefleisch verarbeiten, konventionelle Finanzdienstleistungen (Zinsen) anbieten, Kinos oder Kasinos betreiben oder Alkohol verkaufen. Die häufigste Finanzierungsmethode, um das Zinsverbot zu umgehen, sagt Jawad Ali, sei die so genannte Murabahah: Anstatt eine Hypothek auszugeben, kauft eine Bank das vom Kunden begehrte Objekt und verkauft es an ihn mit einem vorher vereinbarten Aufschlag weiter. Der Aufschlag entspricht den Zinsen für die traditionelle – im Islam aber verbotene – Hypothek.

Die indirekte Vorgehensweise der Murabahah hindert bislang die rasant wachsende Finanzierungsnische in Deutschland daran, noch schneller zu wachsen. „Die Steuern sind die größte Hürde“, erläutert Liane Muschter. Denn die Murabahah- Finanzierung führt zu zwei hintereinander geschalteten Kaufverträgen, und damit wird auch zwei Mal die Grunderwerbssteuer fällig. Insgesamt jedoch werden dem Markt weiterhin gute Wachstumschancen bescheinigt. 89 Prozent der Befragten in der RICS-Studie gehen für die kommenden zwölf Monate von deutlichen Zuwächsen aus.





Weitere Artikel in dieser Rubrik:
ARTIKEL
Weitere Artikel in dieser Rubrik: (9) Weitere Artikel in dieser Rubrik:
INVESTITION
Weitere Artikel in dieser Rubrik: (1) Weitere Artikel in dieser Rubrik:

zurück zurück    top top drucken drucken    weiterempfehlen weiterempfehlen
Copyright © 2008 Messe München GmbH, All rights reserved. open.org

 
Diese Seite:
drucken drucken
weiterempfehlen weiterempfehlen
Newsletter Newsletter
kontakt Kontakt
sitemap Sitemap
impressum Impressum
Suche in...
 STICHWORTSUCHE  go
 TEILNEHMERDATENBANK  go
 Unternehmenssuche
 Teilnehmersuche
Stichwortsuche
Firma
Nachname
PLZ / Ort / Land
/
Land
Halle
 KONFERENZPROGRAMM  go
:-) my.exporeal.net
Username 
Passwort 
Passwort vergessen? 
Jetzt registrieren!
i Alles über my.exporeal.net
Andere Messeseiten