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EXPO REAL 2009 | 12. Internationale Fachmesse für Gewerbeimmobilien | 5. - 7. Oktober 2009 | Neue Messe München
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Foto: Architektonisch neue Wege geht die Metro-Gruppe bei diesem Shoppingcenter in Istanbul: Angeschlossen an einen bestehenden IKEA-Markt bringt das künftige SB-Warenhaus Grün in die dicht besiedelte Stadt.

 
 
 

Foto: In vielen Staaten Mittel- und Osteuropas sind Shoppingcenter wie das der ECE in Lodz eine erste „Anlaufstelle“, von der aus die Filialisten den jeweiligen Markt eroberten.

 

 
Vom Shoppingcenter in die Einkaufsstraßen
Wenn sie sich mit dem jeweiligen Markt vertraut gemacht haben, wagt sich der eine oder andere Filialist dann auch in die Einkaufsstraßen. Deichmann zum Beispiel hat diesen Schritt in Polen bereits vollzogen. In Polen ebenfalls seit langem vertreten ist Orsay. Der Young-Fashion-Filialist hat sich in der Vergangenheit besonders stark auf die Expansion in Mittel- und Osteuropa konzentriert. Bereits 2004 hat das Unternehmen die 20 Standorte seiner Schwesterfirma Pimkie in Polen übernommen und sich mit über 70 Geschäften die Marktführerschaft gesichert. Polen ist damit nach Deutschland der zweitstärkste Markt des zur französischen Mulliez-Gruppe gehörenden Filialisten. Außerdem ist Orsay unter anderem in Ungarn, Tschechien, Slowenien und Kroatien vertreten. In diesem Jahr hat Orsay-Chef Jean-Marc Willer die Ukraine als neuen Markt ins Auge gefasst.

 

Weiter auf dem Weg nach Osten
Immer weiter nach Osten dringt auch der spanische Modefilialist Mango vor. „Das
sind im Moment unsere dynamischsten Märkte“, bestätigt Expansionsleiter Isak
Halfons und fährt fort: „In Russland beispielsweise erzielen wir
flächenbereinigte Zuwächse von bis zu 60 Prozent.“ In diesem Jahr will er mit
Bosnien und Weißrussland die letzten weißen Flecken auf der Mango-Europakarte
besetzen. „Wir können in Mittel- und Osteuropa immer stärker in kleinere Städte
expandieren“, erläutert Isak Halfons die Strategie. So sind zum Beispiel in
Polen in den kommenden fünf Jahren 40 Neueröffnungen geplant, in Russland ist
man bereits mit über 30 Läden vertreten und inzwischen sogar in Sibirien
angekommen.

Neben den Modefilialisten haben sich auch der Lebensmittelhandel und die
Baumarkt-Branche große Ziele im Osten gesetzt. Einer der Vorreiter ist OBI, die
zweitgrößte Baumarkt-Kette Europas. Bereits stark in Mittel- und Osteuropa
vertreten, will die zur Tengelmann-Gruppe gehörende Kette in diesem Jahr auch in
die Ukraine und nach Kroatien expandieren und hier erste Baumärkte eröffnen.

Ein weiterer Vorreiter ist die Düsseldorfer Metro-Gruppe. Nachdem die Gruppe in
Rumänien bereits über 23 Cash & Carry-Märkte verfügt, ist sie gerade einen
Schritt weiter gegangen und hat in Timisoara im Westen des Landes ihr erstes
SB-Warenhaus Real mit rund 7500 Quadratmeter Verkaufsfläche eröffnet. Weitere
Warenhäuser sind geplant, unter anderem in der Hauptstadt Bukarest.

Real-Konkurrent Kaufland hat inzwischen seinen ersten 4800 Quadratmeter großen Markt in Plowdiw in Bulgarien eröffnet. Dimiter Spasow, Geschäftsführer von Kaufland Bulgarien, will in den nächsten Jahren mit 40 Filialen das Vertriebsnetz flächendeckend auf das ganze Land ausdehnen. Auch Discounter wie Penny, Lidl und Plus bereiten ihren baldigen Markteintritt in Bulgarien vor. In Rumänien ist Plus schon einen Schritt weiter: Dort wurden im November die ersten elf Läden eröffnet, bis 2009 sollen es insgesamt 120 werden.

Ob Rumänien, die Türkei oder Dubai – angesteckt vom Wachstumsfieber geben sich internationale Handelskonzerne auf diesen Märkten derzeit die Klinke in die Hand. Sie wollen sich dort positionieren, noch bevor einige der Staaten in die EU aufgenommen werden, denn bis es soweit ist, könnte der Markt längst unter den schnelleren und wagemutigeren Konkurrenten aufgeteilt sein. Lediglich die beiden reichsten deutschen Einzelhändler scheinen die Expansion im Osten sehr gemächlich anzugehen: Karl und Theo Albrecht, die Herrscher über Aldi Nord (Karl) und Aldi Süd (Theo). Aldi Süd ist bislang lediglich in Slowenien vertreten, Aldi Nord plant erst für 2007 den Einstieg in Polen. Und so wird wohl noch viel Wasser den Persischen Golf entlang fließen, bis es heißt: Aldi geht nach Dubai.

By Jörg Nowicki




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