Von Andreas Schiller
Februar 2007
Weltweit sucht Kapital nach Investitionsmöglichkeiten, neue Märkte und Marktsegmente bieten interessante Chancen, und Finanz- und Immobilienwelt rücken enger zusammen. Die Trends des vergangenen Jahres werden sich 2007 weiter verstärken.
So gut ging es der Immobilienwirtschaft schon lange nicht mehr: 2006 war weltweit, aber auch in Europa und selbst in Deutschland ein Jahr der Rekorde. Zwar ist es schwierig, eine Gesamtsumme der weltweiten Investments in Immobilien zu errechnen, doch herrscht unter Experten Einigkeit, dass es sich – direkte und indirekte Investments zusammengenommen – um einen Betrag von mindestens 750 bis 850 Milliarden US-Dollar handeln dürfte. Diese Summe bricht alle bisherigen Rekorde. Dabei sind grenzüberschreitende Investitionen ein ganz wesentlicher Bestandteil der weltweiten Aktivitäten. So hat beispielsweise Jones Lang LaSalle errechnet, dass im Jahr 2006 rund 200 Milliarden Euro grenzüberschreitende Investitionen in die europäischen Märkte geflossen sind, davon allein rund 50 Milliarden Euro in gewerblich genutzte Immobilien und noch einmal rund 30 Milliarden Euro in Wohnimmobilien nach Deutschland.
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Quelle: Jones Lang LaSalle; Property Data, KTI; Real Capital Analytics; Stand Oktober 2006
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Die fortschreitende Internationalisierung ist ein Trend, der sich 2007 weiter ausprägen wird. Ein anderer ist, dass der Immobilie als Anlageprodukt beziehungsweise Anlageklasse erhöhte Aufmerksamkeit zukommt. Die enorme Nachfrage erfordert natürlich die richtigen Produkte am richtigen Ort. „Zu viel Kapital, zu wenig Produkte“ – dieser Aussage begegnete man im vergangenen Jahr immer wieder, und an einigen Standorten wird die Klage auch in diesem Jahr zu hören sein. Doch inzwischen haben Projektentwickler die Zeichen der Zeit erkannt und bringen – teilweise sogar wieder ohne Vorvermietung – neue Produkte auf den Markt.
Heterogenität der Investoren und Standorte
Die Verkäufer treffen immer seltener auf den klassischen institutionellen oder privaten Investor, sondern auf eine sehr heterogene Investorengemeinde, die sich durch eine Vielzahl der eingesetzten Investmentvehikel und -strategien auszeichnet. Allein auf dem deutschen Markt haben neben den beiden Klassikern, den offenen und geschlossenen Immobilienfonds, (meist börsennotierte) Immobilien-Aktiengesellschaften und Spezialfonds für institutionelle Investoren an Bedeutung gewonnen. Und 2007 wartet die Immobilienwirtschaft auf die Einführung von REITs in Deutschland. In Frankreich dagegen kamen im vergangenen Jahr erstmals offene Immobilienfonds auf den Markt, und auch in Großbritannien denkt man laut über dieses klassische Investmentvehikel nach.
Dazu kommt eine große geographische Diversifizierung: Auf der Makroebene werden die Kapitalströme immer globaler; auf der Mikroebene treten ins Blickfeld auch internationaler Investoren Standorte, an die vorher kaum jemand gedacht hätte. Beispiel Deutschland: Hier müssen und können es nicht immer die „Top Five“ sein, auch Rostock, Oberhausen und Kempten sind Städtenamen, die international agierende Investoren inzwischen kennen. Es sind nicht notwendig nur Portfoliokäufe, denen vor allem Einzelhandels- oder Wohnimmobilien an solchen Standorten beigemischt sind, sondern durchaus auch individuelle Transaktionen. Mit anderen Worten: Die so genannten B-Standorte haben 2007 durchaus gute Karten.