In anderen Städten wie Florenz – dort treibt das börsennotierte Unternehmen Immobiliare Lombarda ein Stadterneuerungsprojekt im Stadtteil „Castello“ voran – und Rom hat der Nachfragedruck in den vergangenen zwölf Monaten etwas nachgelassen. Allerdings sind in der Hauptstadt 2006 die Verkaufspreise um durchschnittlich 6,5 Prozent gestiegen. Die Folge ist eine wachsende Nachfrage nach Investitionsobjekten, vor allem nach Zwei- und Dreizimmerwohnungen. In vielen Stadtteilen gibt es noch nicht fertig gestellte Projekte (wie das „Romanina“ der Immobilfin-Gruppe), die zu dem umfangreichen Stadterneuerungsprogramm Roms gehören und die zu einer erheblichen Verbesserung der städtsichen Infrastruktur geführt haben.
In den Städten Süditaliens dürfte allen Anzeichen nach in den kommenden Monaten wachsende Vorsicht vorherrschen. Tecnocasa geht davon aus, dass die Preise 2006 in Neapel um 7,4 Prozent gestiegen sind, vor allem bei Objekten in den Hanglagen rund um die Stadt. Auch in Bari haben sich die Immobilienwerte um insgesamt sieben Prozent erhöht. Hier, in der Hauptstadt Apuliens, sind mehrere Projekte geplant, die sich vor allem auf die direkt am Meer liegenden Bezirke konzentrieren.
Auf dem Markt für Büroflächen scheint sich 2006 der negative Trend der Vorjahre umgekehrt zu haben: „Das Transaktionsvolumen ist um sechs Prozent gestiegen und beläuft sich auf rund sieben Milliarden Euro. Zu einem höheren Anteil der großen Investoren kam eine gesteigerte Nachfrage nach mittelgroßen Flächen in den größeren Städten durch Endnutzer hinzu“, erläutert Scenari Immobiliari und fährt fort: „Das verbesserte Wirtschaftsklima Italiens wird dem Büroflächenmarkt 2007 noch weiter Auftrieb geben und könnte ein Transaktionsvolumen von 7,4 Milliarden Euro erreichen – ein Plus von 5,7 Prozent. Bei den Preisen, die 2006 um 3,2 Prozent gestiegen sind, zeichnet sich ein Wachstum von nochmals 3,7 Prozent ab. Stärker noch dürften die Mieten steigen, vor allem in den Toplagen.“
Der Markt für Einzelhandelsimmobilien, die jahrelang die beste Performance aufwiesen, befindet sich in einer Phase, in der an die Stelle der bisherigen, vor allem auf Größe ausgerichteten Shopping Center zunehmend neue Konzepte treten. „Insgesamt hat sich der negative Trend im Einzelhandel umgedreht und es wurden 2006 erstmals seit Jahren wieder mehr Geschäfte eröffnet als geschlossen“, berichtet Scenari Immobiliari. Das Transaktionsvolumen bei Einzelhandelsflächen lag 2006 bei 7,3 Milliarden Euro und dürfte in diesem Jahr noch um 2,7 Prozent steigen.
Der Investmentmarkt
Die letzte von INREV durchgeführte Befragung ihrer Mitglieder über geplante Immobilieninvestitionen ergab, dass Italien nur im unteren Bereich der Rangliste der bevorzugten Investmentstandorte rangiert. Allerdings fand die Umfrage im November 2006 statt, als noch eine gewisse Unsicherheit über das neue Steuersystem in Italien herrschte. Auch der Start einiger großer Projekte in den Großstädten – wie das „Centro Leoni“ mit 52.000 Quadratmetern in Mailand, das jüngst von der UBS Real Estate eingeweiht wurde – dürfte die Investitionsbereitschaft fördern. Auch wenn die lokalen Player wie Pirelli RE nach wie vor sehr aktiv sind, wurde der Investmentmarkt generell doch vor allem durch die in Italien agierenden internationalen Investoren angeschoben.
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Foto: „Centro Leoni“ in Mailand – ein Komplex mit 52.000 Quadratmeter Bürofläche, den die UBS Real Estate jüngst eingeweiht hat.
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Trotz der negativen Auswirkungen des „Decreto Bersani- Visco“ – seit vergangenen Sommer werden Immobilienkäufe stärker besteuert –, endete das Jahr 2006 bei den grenzüberschreitenden Investitionen erfolgreich und war auch der Start 2007 bislang viel versprechend. Um einige Beispiele zu nennen: ING Real Estate hat in Mailand von der DEGI drei Gebäude im „Bodio Center“ gekauft; die DEGI wiederum reinvestierte umgehend in das Outlet-Center Franciacorta bei Brescia in der Lombardei – ein riesiger Double-Deal von insgesamt 356 Millionen Euro. Die amerikanische Unternehmensgruppe Tishman Speyer hat für 82,2 Millionen Euro die Immobilie im Herzen Mailands gekauft, in der Telecom Italia ihren Sitz hat. Das australische Investmentunternehmen Babcock & Brown hat gerade das Projekt „La Torre delle Arti“ („Turm der Künste“) vorgestellt, ein neues 20.000 Quadratmeter umfassendes Wohnungsprojekt in Mailand.
Das Interesse richtet sich jedoch auch zunehmend auf so genannte B-Standorte beziehungsweise auf „antizyklische Produkte“: So hat die DEGI das Einkaufszentrum „Belgioioso“ in Carpi (Emilia) und das britische Unternehmen Pradera das Shopping Center „Tuscia“ in Viterbo (Latium) gekauft – beides Transaktionen über mehr als 50 Millionen Euro. ProLogis hat in Anagni in Latium in ein Vertriebszentrum mit 30.000 Quadratmeter investiert. Das niederländische Unternehmen Foruminvest will das Einkaufszentrum „Mongolfiera“ in der Nähe von Bari bauen, eine Mall mit rund 130 Geschäften auf 25.000 Quadratmetern sowie – gerade vorgestellt – in Afragola bei Neapel das Shopping Center „Le Fragole“ mit 30.000 Quadratmetern.