Von Andreas Schiller
Mai 2007
Die Immobilienmärkte im Norden Europas sind stabil und solide. Hohe Liquidität und Transparenz zahlen sich genau so aus wie gute wirtschaftliche Rahmendaten. Derzeit nehmen direkte und indirekte Investitionen zu.
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Foto: Die Öresundbrücke, die Eisenbahn- und Autoverbindung zwischen Dänemark und Südschweden: Sie symbolisiert die zunehmend engeren Beziehungen der nordischen Staaten. Aber auch wenn man sich die Investmentströme in den nordischen Ländern betrachtet, wachsen die Märkte zusammen.
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Einer der Witze aus der Immobilienbranche geht so: Auf ein Mandat mit einem der nordischen Investoren hoffend, hat sich ein Immobilienberater – sei es ein Brite, sei es ein Deutscher mit diesem zum Abendessen getroffen. Zum Abschluss bittet ihn der Investor, noch einen Drink zu bestellen. Nun ja, der Immobilienberater bestellt zwei Bier. Doch das Bier bleibt stehen. Da fragt unser Berater den Ober, was er falsch gemacht habe, und der antwortet kurz: „You should have ordered a wodka.“ Auf die Frage „Why Wodka?“ kommt die treffende Antwort: „Well, it has more liquidity and transparency.“
Unser Ober scheint etwas von der Immobilienwirtschaft zu verstehen. Denn in der Tat zeichnen sich die nordischen Märkte durch hohe Liquidität und Transparenz aus. Allen voran ist hier Schweden zu nennen. Im via Internet jedermann zugänglichen „land register“ finden sich mit genauer Adresse die Angaben zu Käufer und Verkäufer sowie zum Preis und zum Zeitpunkt der Transaktion. Ebenfalls kann jeder sehen, wer wann wie viel Steuern gezahlt oder eben nicht gezahlt hat. „Hohe Transparenz, besonders durch zahlreiche öffentlich zugängliche Informationen, verbunden mit beeindruckenden makroökonomischen Kennzahlen, einer guten Infrastruktur bei Transaktionen – Berater sind beispielsweise immer nur für eine Seite tätig – und geringen Transaktionskosten sind einige der Faktoren, die zu einem sehr liquiden Immobilienmarkt beitragen“, sagte Gunnar Widenfelt, Deputy Head of Commercial Real Estate der SEB AG in Deutschland, auf der Veranstaltung „Nordic boomt“, die von der Catella Property Group in Frankfurt am Main im Frühjahr dieses Jahres veranstaltet wurde. Mehr als 100 Immobilienexperten waren der Einladung gefolgt, um sich über die nordischen Märkte zu informieren. Und solches Interesse findet „Up North“ nicht nur in Deutschland, sondern auf zahlreichen europäischen und anderen Märkten. Wen zieht es da wohin und warum?