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EXPO REAL 2008 | 11. Internationale Fachmesse für Gewerbeimmobilien | 6. - 8. Oktober 2008 | Neue Messe München
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Nachhaltigkeit bedeutet jedoch nicht nur, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, es umfasst deutlich mehr. Allerdings hängt hier – wie bei komplexen Systemen unausweichlich – oft das eine mit dem anderen zusammen. Eine interessante Definition von Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Immobilienwirtschaft im weitesten Sinne gab kürzlich der niederländische Architekt Erick van Egeraat: Er zeigte das Bild des historischen Stadtzentrums von Lucca in Italien und bekannte: „Das ist für mich nachhaltige Stadtentwicklung.“ Es ist genau genommen das hoch verdichtete Modell der europäischen Stadt, in der sich Wohnen und Arbeiten vereinen, Waren und Meinungen ausgetauscht werden, öffentliches und privates Leben auf engem Raum beieinander liegen.

Waren selbst große Städte bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein relativ überschaubar, sind sie heute von der Fläche und der Zahl ihrer Einwohner her um ein Vielfaches größer und oft nur der Kern einer Agglomeration, die sich weit ins Umland erstreckt. Und die Entwicklung schreitet rasant fort: Gab es 1950 zwei Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern – Tokio und New York –, hat sich diese Zahl bis 2004 auf 22 erhöht. Bis 2025 werden nach Schätzungen der UN fünf Milliarden Menschen – doppelt so viele wie 1995 – in städtischen Ballungsgebieten leben – bei einer Weltgesamtbevölkerung von rund acht Milliarden Menschen.

Nachhaltigkeit wird sich daher vornehmlich in den Städten entscheiden. Das gilt nicht nur für die künftigen Mega-Cities, die zum Teil schneller wachsen als eine entsprechende Infrastruktur entwickelt werden kann. Es gilt ebenso für die eher gewachsenen Städte in den entwickelten Industriestaaten, in denen die Bevölkerung tendenziell immer älter wird und die darum kämpfen müssen, ihre Einwohner nicht zu verlieren. Wenn sich Nachhaltigkeit in den Städten entscheidet, ist auch die Immobilienwirtschaft gefragt, ihre bisherigen Strategien und Lösungsansätze zu überdenken. Anforderungen an Gebäude und ihre Qualität müssen sich ändern, Standorte neu definiert werden und manches heute heiß begehrte Objekt kann sich in Kürze als Ladenhüter erweisen.


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