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In Wien entsteht derzeit Energybase, Österreichs größtes „Öko-Bürohaus“. Das fünfstöckige Gebäude mit 7.500 Quadratmeter Nutzfläche wurde als Passivhaus konzipiert, das Solarenergie und Erdwärme zum Kühlen und Heizen nutzt. Dadurch sollen sich die Energiekosten gegenüber herkömmlicher Bauweise um 80 Prozent verringern.
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Auch in China setzt ein Umdenken ein: Das Administration Center des Zhang Jiang Hi-Tech Park in Shanghai verbraucht durch optimale Tageslichtausnutzung, natürliche Belüftung, Wintergärten als Klimapuffer und durch die Aktivierung der Speicherkapazitäten des Gebäudes nur halb so viel Energie wie herkömmliche chinesische Bürogebäude. Der Entwurf für das Bürogebäude stammt von dem deutschen Architekturbüro AS & P Albert Speer & Partner.
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Das ist technisch durchaus machbar, durch ein abgestimmtes Zusammenspiel von Ausrichtung und Gestaltung des Gebäudes mit technischer Ausstattung sowie der Nutzung erneuerbarer Energien wie Erdwärme, Windkraft und Solarenergie. Europa und speziell Deutschland gelten insbesondere im Bereich der Technik als sehr weit fortgeschritten. Sicher, die Erstellungskosten für ein Gebäude sind dann etwas höher als bisher, wenn auch nicht mehr so hoch wie noch vor einigen Jahren, als eine solche Bauweise als mehr oder weniger „exotisch“ galt.
Aber auch wenn alle Projektentwicklungen demnächst „grün“ werden und dem in Deutschland vor allem im Wohnungsbereich seit langem bekannten Passivhausstandard entsprechen – das Problem ist damit noch keineswegs gelöst. Denn das Verhältnis von Neubauten zu Bestandsgebäuden ist maximal 5:95, eher niedriger. Die Bestandsgebäude wirken also zunächst weiter als „Energieschleudern“. Es wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis der vorhandene Gebäudebestand ersetzt oder so umgerüstet ist, dass er ebenfalls energieneutral genutzt werden kann. Mit anderen Worten: Um in den nächsten 13 Jahren eine Verringerung des Energiebedarfs und damit eine Reduktion des CO2- Ausstoßes zu erreichen, müssten idealiter Neubauten nicht nur eine ausgeglichene Energiebilanz aufweisen, sondern noch zusätzliche Energie produzieren.
Gute Gründe für mehr Nachhaltigkeit
Spätestens jetzt wird sich mancher Investor an den Kopf greifen und denken: Wer soll das bezahlen? Diese Frage ist durchaus berechtigt und hehre Absichten allein führen nicht sehr weit, wenn die Wirtschaftlichkeit auf der Strecke bleibt. Umgekehrt wird der Klimawandel, wenn er nicht gestoppt werden kann, auch an der weltweiten Wirtschaftsentwicklung keineswegs spurlos vorübergehen. Sicher nicht nur aus Idealismus haben sich die CEOs von zehn multinationalen Konzernen in den USA an den amerikanischen Präsidenten gewandt und ihn gedrängt, einer verbindlichen Begrenzung des CO2-Ausstoßes zuzustimmen. Doch es muss gar nicht große Politik und Weltwirtschaft sein, es gibt auch sonst gute Gründe für Investoren, sich mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ intensiver zu befassen.
EU-weit werden Energiepässe für Gebäude eingeführt. In Deutschland beispielsweise sind ab 1. Januar/1. Juli 2008 alle Eigentümer von Wohnimmobilien, die bis Ende 1965/ ab 1966 errichtet wurden, verpflichtet, mit einem solchen Pass über den Energieverbrauch des jeweiligen Gebäudes zu informieren. Ab 1. Januar 2009 gilt diese Verpflichtung auch für alle Nicht-Wohngebäude. Das führt zu deutlich mehr Transparenz, und es wird viele Mieter geben, die in Anbetracht der künftig wohl auch weiter steigenden Energiekosten rechnen werden, ob es nicht mittel- und langfristig günstiger ist, vielleicht etwas mehr Miete zu zahlen, dafür aber bei den Nebenkosten massiv sparen zu können. Mit anderen Worten: Bestandsgebäude, die nach wie vor einen hohen Energieverbrauch haben, werden zunehmend schwieriger zu vermieten und damit auch zu verkaufen sein, sie werden also deutlich an Wert verlieren. Insofern wird kein Investor darum herumkommen, sich mit dem Energieverbrauch seiner „Immobilienassets“ zu beschäftigen, diese einer kritischen Prüfung zu unterziehen und zu überlegen, wie er – aus rein wirtschaftlichen Interessen – diese Immobilien attraktiv halten, sprich: den Anforderungen an mehr Nachhaltigkeit anpassen kann.