Von Alexander Bosak und Marianne Schulze
Real Estate Asset Management gilt als die Zauberformel für erfolgreiche Immobilieninvestments. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff, der seit noch nicht allzu langer Zeit in der Immobilienbranche en vogue ist?
Wo immer heute von Immobilien die Rede ist, werden sie „gemanagt“. Es gibt Property Manager (früher nannte man sie „Hausverwalter“), Facility Manager (die sich zwar nicht nur, aber überwiegend auf das Gebäude als solches konzentrieren) und Portfolio Manager (die bei sehr umfangreichem und vielseitigem Immobilienbesitz die unterschiedlichen Immobilien in ihrer Beziehung zueinander betrachten und die entsprechenden Kennzahlen im Auge behalten). Und es gibt den Real Estate Asset Manager, die jüngste „Manager-Schöpfung“ der Immobilienbranche. Doch worin genau besteht die Funktion eines Real Estate Asset Managers und wie grenzt er sich von den anderen „Managern“ ab?
Wie Klaus Gugglberger, Mitglied des Vorstands der Investkredit Bank AG, Wien, es im Gespräch darlegte, stammt der Begriff Asset Management ursprünglich aus dem Bereich der Finanzdienstleistung und bedeutete zunächst einmal nichts anderes als „Vermögensverwaltung“, wobei dieses Vermögen in unterschiedlichen Formen, so genannten Asset Classes, angelegt sein konnte. Um zu verdeutlichen, dass es ausschließlich um das Asset „Immobilien“ geht, hat man den Begriff dann zum Real Estate Asset Management erweitert.
Ziel jeder „Vermögensverwaltung“ muss es sein, den Wert dieses Vermögens zu steigern und eine möglichst hohe Rendite zu erwirtschaften. Entsprechend soll auch das Real Estate Asset Management dafür sorgen, dass die jeweiligen Immobilienanlagen optimale Erträge erbringen und in ihrem Wert steigen. Doch anders als Aktien und Wertpapiere sind Immobilien sehr komplex: Eine Immobilie steht an einem bestimmten Standort, muss sich in einem lokalen Markt behaupten, der über eine längere Zeit unterschiedliche Zyklen durchläuft, sie muss instand gehalten werden, sie kostet Geld, wenn sie keine Nutzer findet, und soll sie wieder verkauft werden, sollte sie zumindest so attraktiv sein, dass ein potenzieller Käufer nicht nur Steine und Beton erwirbt, sondern damit auch eine „Phantasie für die Zukunft“ verbinden kann, wie Frank Billand, Mitglied des Vorstands der Union Investment Real Estate AG, Hamburg, es einmal ausdrückte.